Frequenzmessung unhörbarer Signale

Vortrag für das Easterhegg 2026 in Koblenz.

Vortragsfolien

Ankündigung des Easterhegg-Vortrags

Frequenzmessung unhörbarer Signale

Vier Amateurfunk-Kurzwellensignale. Laut Ankündigung müssten sie da sein, aber zu hören ist: Nichts. Nur Rauschen. Trotzdem schaffe ich, von dreien dieser vier Signale die Frequenz auf ein Hz genau zu bestimmen! Ein persönlicher Bericht von einem Nerdvergnügen und nebenbei eine von vielen möglichen Antworten auf: "Was machen diese Funkamateure eigentlich so?"

Eine bunte Fläche mit Gegrissel in
           Blau-, Rot- und Gelbtönen ohne erkennbare Struktur; nur im
           unteren Bilddrittel ist eine horizontale Linie mit
           besonders vielen gelben Pixeln zu erkennen, die sich über
           einen Teil der Fläche erstreckt.  Links und unten sind
           Zahlen an der Graphik angebracht, die vermutlich
           irgendetwas bedeuten.
Graphik, die im Vortrag erklärt wird, mit Spur eines nicht hörbaren Signals.

Zweimal im Jahr veranstalten Funkamateure in den USA eine Ostereiersuche der besonderen Art: Den Frequency Measurement Test. Auf vorher nur ungefähr bekannten Frequenzen im Kurzwellenbereich bei 3,5 und 7 MHz senden sie insgesamt vier Signale. Jedes dieser Signale stellt ein Osterei dar: Gefunden hat es, wer die Frequenz auf ein Hz genau misst.

Diese Ostereiersuche zielt also auf eine Messgenauigkeit bei 10⁻⁷. Das ist ungefähr um einen Faktor 20 besser als alles, was auf Kurzwelle im normalen Amateurfunk jemals gebraucht wird. (Eine Uhr mit Genauigkeit 10⁻⁷ würde im Jahr etwa 3 Sekunden falsch gehen.) Aber Ostereiersuche dient schließlich nicht dem Nahrungserwerb, sondern soll Spaß machen! So etwa 60-100 Verrückte folgen normalerweise der Einladung und suchen mit.

Einige nutzten cooles Zeug wie GPS-stabilisierte Oszillatoren oder Rubidium-Frequenznormale. Ich trat als "Underdog" an mit sowieso vorhandenen Bordmitteln: Brauchbares Funkgerät, mäßige Antenne, Laptop - und, als mein Ass im Ärmel: FLOSS!

Als die Ostereiersuchzeit kam, war die Enttäuschung groß: Es herrschte gerade schlechtes "Funkwetter", zu hören war nur Rauschen. Aber aus Aufnahmen des Rauschens (Sounddateien) konnte passende Software die Signale dann doch noch herausfischen. Schlussendlich hatte ich drei der vier Ostereier gefunden und war glücklich wie ein Osterhase!

Und es wurde noch besser: Neuerdings gibt es neben den etablierten Eiern aus den USA auch neue aus Polen, die gesucht werden können, zur Zeit einmal im Monat. Hier sollen einerseits auch Frequenzen gemessen werden, aber obendrein auch die Dauer von Impulsen und sogar (möglichst millisekundengenaue) Zeitstempel. Die Signalstärke war besser, die Sendung aus dem Lautsprecher klar hörbar. Die Sache mit der Impulslänge und den Zeitstempeln erforderte deutlich mehr Aufwand an Software, aber nun hatte mich das Suchfieber gepackt! Buchstäblich Minuten vor dem Abgabetermin hatte ich die drei Eier zusammen und diesmal waren alle richtig gefunden 😁!

Der Vortrag ist eine sehr persönliche Schilderung einer verrückt-nerdigen Aktion. Funk-KnowHow wird nicht vorausgesetzt; das Wenige, das gebraucht wird, wird erklärt. Neugier genügt!

Selbstvorstellung

Weitere Dateien

... die für mich nützlich waren, um den Foliensatz zu erstellen, die aber für das bloße Verstehen weniger relevant sind, finden sich in einem ZIP-Archiv mit Hilfsdateien. Mit dem Inhalt dieses Archivs kann mein Vorgehen beim FMT im letzten November nachvollzogen werden. Es enthält eine von vier Aufnahmen und das Jupyter Notebook für die Analyse dieser Aufnahme.

Eine detaillierte Beschreibung meines Vorgehens beim FMTLab im März 2026 findet sich in englischsprachigen Blog-Artikel von mir, einschließlich der Sound-Aufnahme, die ich ausgewertet habe, und der nötigen Software.

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Andere Inhalte von mir

Es existiert eine Übersicht anderer Inhalte von mir als Amateurfunk-Erklär🐻.