title: FUNK.TAG Kassel: Zweite Wahl für Vorträge.
slug: funktag_kassel
date: 2026-04-26 16:34:30 UTC+02:00
modified: 2026-04-26 19:43:03 UTC+02:00
type: text

## Große W-Veranstaltungen im deutschen Amateurfunk [🔗](#big_W){.small} {: #big_W}

Im deutschen Amateurfunk gibt es einige überregionale Veranstaltungen,
die mit ihrem Vortragsprogramm Festtage der Weiterbildung darstellen.
Als W-Aktiver im AJW-Bereich (**A**usbildung, **J**ungendarbeit,
**W**eiterbildung) fahre ich da gerne hin, goutiere das
Vortragsprogramm und trage auch gerne nach meinen Möglichkeiten dazu
bei.

Mir geläufig sind die folgenden "großen Vier" der W-Szene:

* Die **[HAM
  RADIO](https://www.darc.de/nachrichten/veranstaltungen/#c9487)** --
  Der diesjährige [CfP](https://talks.darc.de/hamradio-2026/cfp) läuft
  übrigens noch! Wenn Vorträge Dein Ding sind, kannst Du bis zum
  15.05. noch einen einreichen!
* Die **[UKW-Tagung](https://ukw-tagung.org/)**: Das ist die Tagung
  mit dem veralteten, irreführenden Namen, denn sie ist längst zu
  einer Veranstaltung rund um *alle* Themen des Amateurfunks geworden!
  Sie wird von einem engagierten Team Ehrenamtlicher mit viel Liebe
  und Herzblut auf die Beine gestellt!
* Die **[Amateurfunktagung
  München](https://www.darc.de/der-club/distrikte/c/amateurfunktagung-muenchen/)**,
  die allerdings nur jedes zweite Jahr stattfindet.
* Der **[FUNK.TAG
  Kassel](https://www.darc.de/nachrichten/veranstaltungen/#c35435)**.

Auf der HAM RADIO habe ich schon öfters vorgetragen, auf der
UKW-Tagung auch schon mal (und plane, es wieder zu tun).  Dieses Jahr
war ich zum ersten Mal auch auf dem FUNK.TAG Kassel mit einem Vortrag
aktiv.  Dieser Blogpost fasst meine persönlichen Erfahrungen und ein
paar Beobachtungen zusammen.

Spoiler: Ich bin enttäuscht.

## Mein Plan [🔗](#plan){.small} {: #plan}

Ich hatte ein Vortrag eingereicht zu einem Nischenthema, nämlich zur
Geschichte des AfuBarcamps.  Das war als kleines Dankeschön gedacht
für die Ehrung des AfuBarcamp-Teams im letzten Jahr mit der
[Ehrenplakette des
DARC](https://www.darc.de/mitgliedschaft/ehrungen/#c279112).

Wir war schon klar, dass das ein Nischenthema ist.  Aber ich hatte mir
vorgestellt: Es mag am Nachmittag Leute geben, die Messe und Flohmarkt
durchstreift haben, aber sich noch nicht recht entschließen können,
schon nach Hause zu gehen.  In dieser Situation kommt vielleicht eine
latente Neugier zum Zug, was denn eigentlich dieses "AfuBarcamp" sein
mag, von dem seit neun Jahren immer mal wieder zu lesen ist.  Wer
diese Neugier direkt an der Quelle stillen will (und sich darauf
freut, auf einem Stuhl Platz nehmen zu können), wird sich vielleicht
auf meinen Vortrag einlassen.

So meine Idee.

Passend zu diesen Überlegungen hatte ich gleich beim Einreichen meines
Vortrags im Formularfeld für Nachrichten an den Veranstalter gebeten:

> Wenn es wieder einen "Dialog mit dem Vorstand" gibt wie 2024, dann
> bitte **nicht** parallel dazu.
>
> Ansonsten rechne ich eher mit Leuten, die sich relativ spontan
> entscheiden, diesen Vortrag anzuhören: "Jetzt bin ich durch die
> Messe - was läuft sonst noch so?" - weniger mit Leuten, die schon mit
> dem Vorsatz nach Kassel fahren, sich diesen Vortrag
> anzuhören. Insofern wäre mir ein relativ später Termin lieb: 15 Uhr
> oder 14 Uhr.

## Anderer Plan (kein Plan, warum?) [🔗](#kein_plan){.small} {: #kein_plan}

Eingeplant ins Programm wurde ich dann für 11 Uhr.

😟
{: .emoji}

Eine Kommunikation mit mir, warum meinem Terminwunsch nicht
entsprochen wurde, hat es im Vorfeld nicht gegeben.

## Raum, Technik, Betreuung - unteres Niveau  [🔗](#niveau){.small} {: #niveau}

Noch vor dem Start des Programms, also vor 10 Uhr, warf ich einen
Blick in den noch leeren Raum, in dem ich später vortragen sollte:

![Bild eines sehr langen, schmalen Raumes. Es gibt 11 Stuhlreihen mit
jeweils nur 4 Stühlen pro Reihe, weil der Raum so schmal ist, dass
mehr nicht Platz haben. Das Foto ist von hinten aufgenommen. Vorne, in
weiter Ferne, ist eine Leinwand zu sehen, die vielleicht 1/6 der
Stirnfläche des Raumes ausfüllt, also für die Raumgröße zu klein
bemessen ist,](/images/2026/Vortragsraum-Kassel.jpg)
{: .big}

😯
{: .emoji}

Das sieht nicht gut aus!

Der Raum ist viel zu lang und schmal und die Leinwand für die
Raumgröße deutlich zu klein.  Das war auf den ersten Blick
offensichtlich.

Als ich später meinen Rechner angeschlossen hatte, habe ich das
überprüft: Ich konnte das Projizierte gerade einmal in den ersten
vier, fünf Reihen einigermaßen erkennen.

Die Bestuhlung in allen Ehren, aber de facto sind Vorträge mit mehr
als 20 Personen in diesem Raum nicht gut aufgehoben.

Das geht auch besser.  HAM RADIO und UKW-Tagung machen es vor.  Selbst
wenn die Chaoswelle ihren jährlichen Lizenzkurs veranstaltet und gegen
Ende drei Handvoll Leute zur traditionellen Kursfahrt ins
Tagungszentrum [Burghofer
Herrenhaus](https://www.burghofer-herrenhaus.de/) reisen, steht dort
deutlich bessere Beamertechnik zur Verfügung, als DARC
e.V. Gesamtverband und die Messe Kassel mir als Vortragenden und vor
allem meinen Vortragsteilnehmenden bieten.  Und wir reden hier über
eine bedeutende Veranstaltung, die laut
[Meldung](https://www.darc.de/nachrichten/meldungen/aktuelles-details/news
/die-familie-traf-sich-2700-besucher-kamen-nach-kassel/)
2700 Besucher angelockt hat!

## Zurück zum Programm!  [🔗](#teilnahme){.small} {: #teilnahme}

Aber erst einmal den Vortragsraum Vortragsraum sein lassen und los!
Denn das [Programm](https://talks.darc.de/funk-tag-2026/schedule/) war durchaus attraktiv:

![Das Vortragsprogramm als Tabelle. Ich mag das nicht alles abtippen.
Bis auf weiteres steht dasselbe auch unter dem im letzten Abschnitt
verlinkten Wort "Programm" zur Verfügung.](/images/2026/Funktag_Kassel_Programm.png)
{: .big}

Ich war schon vor 10 Uhr pünktlich zum Remote-Vortrag von Michael.
Den hätte ich gerne zu Ende gehört; schade, dass ich mittendrin los
musste zu meinem eigenen Vortrag.  Die Bemerkungen zum Notfunk von Oli
hätte ich mir ebenfalls gerne angehört, aber die liefen in direktem
Zeitkonflikt parallel zu meinem.  Den ebenfalls zu meinem parallelen
Vortrag von Michael zur SDRA kenne ich schon; sonst den auch.

## Ein ziemliches Fiasko  [🔗](#fiasko){.small} {: #fiasko}

Mit meinem Nischenthema-Vortrag trat ich also gegen vier attraktive
parallele Konkurrenzangebote an: Flohmarkt, Notfunk, Remote und SDRA.
Alles Dinge, die auch mich selbst interessiert hätten.

So kam es dann, wie zu befürchten war: Ich hatte gerade mal acht
Personen in meinem Vortrag.

😭
{: .emoji}

Dafür hatte ich etwa eine Woche Zeit in Recherche und Vorbereitung
gesteckt?

Auf der positiven Seite kam es immerhin im Zusammenhang mit meinem
Vortrag zu zwei Begegnungen mit Menschen, die ich sonst vermutlich
nicht getroffen hätte.

Und inhaltlich hatte ich ein gutes Gefühl: Der Vortrag selbst war
solide und lief gut.

## Warum?  [🔗](#warum){.small} {: #warum}

Ich bin dann kurze Zeit später der zuständigen Person aus der
DARC-Geschäftsstelle begegnet und habe mit ihr gesprochen.

Richtig schlau geworden bin ich aus den Antworten zugegebenermaßen
nicht.  Es war von anderen Referenten die Rede, die nicht früh
konnten. Ja gut.  Aber warum genau konnte mein AfuBarcamp-Ding nicht
einfach bei ansonsten unveränderten Programm parallel zu EME um 15 Uhr
angesetzt werden?

Von früheren Veranstaltungen, namentlich der HAM RADIO in
verschiedenen Jahren, bin ich von dieser selben Person gute, saubere
Arbeit gewohnt, durchaus auch mit Mitdenken und Umsicht.  Mir blieb
der Eindruck, dass diesmal im entscheidenden Augenblick meine
Nachricht an die Veranstalter schlicht nicht gelesen worden war.  Dumm
gelaufen.

## Programm suboptimal [🔗](#programmprobleme){.small} {: #programmprobleme}

Und bei näherer Betrachtung merke ich, dass der Zeitplan des
FUNK.TAGes auch sonst zu wünschen übrig lässt.

Zum einen gibt es das Ärgernis, dass zwischen einem Vortrag und dem
nächsten keine Übergangszeit eingeplant war.  Wer sich vom Raum Alpha
am einen Ende der Halle zu einem der anderen Räume oder auch nur zur
Aktionsbühne durchwühlen möchte, wäre dankbar, wenn alle Vorträge
einfach 5 Minuten früher beendet würden.

Auch für die Referenten würde das die Situation entspannen.  Wenn der
Vorreferent die Technik schon freigegeben hat, kann der Nachreferent
sein Zeug in Ruhe anschließen und dann pünktlich anfangen.  Dagegen
macht es Stress, die Technik erst dann zurecht fummeln zu dürfen, wenn
die eigene Zeit schon läuft.

Weiter ist es schade, dass es kein klares Raster gibt bei den
Vortragszeiten.  Bei der Programmfindung könnte darauf geachtet
werden, dass alles jeweils zur vollen Stunde anfängt.  Die
Aktionsbühne macht es vor, wie das gehen kann.

Wäre zum Beispiel der Vortrag über Lichtfunken um eine halbe Stunde
nach hinten verlegt worden, statt um 14:30 Uhr anzufangen, so wären
Zeitkonflikte mit zwei weiteren Veranstaltungen weggefallen, ohne neue
zu produzieren.

Wäre anschließend der Vortrag zur Antennenerdung von 13:30 um 30
Minuten entweder nach vorne oder nach hinten verlegt worden, so wäre
auch hierdurch die Anzahl der Terminkonflikte im Programm um zwei
weitere verringert worden.

Vielleicht wäre auch Michael zu überzeugen gewesen, seinen Vortrag
über das Remote-Thema von 70 auf 60 (oder 55) Minuten zu kürzen, was
gleich mehrere weitere Terminkonflikte entfernt hätte.

Zugegebenermaßen sind all dies Gedanken, die ich mir in meinem
gemütlichen Wohnzimmer mache.  Ich weiß nicht, ob andere Referenten in
ihren internen "Nachrichten an die Veranstalter" irgendwelche
Randbedingungen in die Planerstellung eingebracht haben, die ich
naturgemäß nicht kenne.

## Technik und Betreuung  [🔗](#service){.small} {: #service}

In meinem Vortragsraum gab es ein Handmikrofon.

Handmikrofone gelten allgemein als zweitbeste Lösung.  Sie wird
gewählt, wenn jemand Vortragendes kein Mikrofon am Kopf befestigt
haben will oder nicht "verkabelt" werden will.  Ich persönlich bin
kein solcher Vortragender und *möchte* "verkabelt" werden.  Ich habe
gerne beide Hände frei und finde auch die Übertragungsqualität besser.

Etwas beunruhigt war ich, als ich das Mikrofon einschaltete und es
ging nicht.

Ich habe auch keinen Techniker wahrgenommen, der nach dem Rechten
geschaut hätte oder mir zur Seite gestanden.  Hätte es ein ernstes
Probleme mit der Technik gegeben, hätte ich losrennen müssen und mir
irgendwo Hilfe holen.  Wo? Unklar.

😳
{: .emoji}

Wie sich herausstellte, funktioniert die Lautsprecheranlage schon,
aber erst nach einiger Verzögerung.  Das dauerte etwas.  Ich wurde
erinnert an Röhrenradios meiner Kindheit, die auch nach dem
Einschalten erst warm werden mussten, ehe was kam.  Ich hatte nach
Mikrofonanschalten also einfach nur etwas zu warten.

Und ich habe für nur acht Leute dann sowieso kein Mikrofon gebraucht.
Insofern war mir persönlich dieser Teil der Technik egal.

Michael hatte bei seinem Vortrag über das Remote-Thema auch technische
Probleme mit der Lautsprecheranlage: Der Lautsprecher auf einer Seite
schien einen Wackelkontakt zu haben: Mal kam da gar nichts, mal machte
er gelegentlich durch kurzes Brummen unangenehm auf sich aufmerksam.
Auch mit dem Beamer hatte Michael Probleme.  Immerhin hatte er im Raum
Alpha einen Techniker zu Seite, der ihm helfen konnte.

## Raumnot! [🔗](#raumnot){.small} {: #raumnot}

Der größte Vortragsraum der Veranstaltung war Raum "Alpha".  Der war
dem tatsächlichen Ansturm dort nicht gewachsen.

Ich hätte mir den Antennenvortrag von Martin gerne angehört, war etwas
spät dran, und fand mich in einem völlig überfüllten Raum vor einer
Wand von Rücken vor mir stehender Menschen.  Von der Leinwand war
nichts zu erkennen.  Das war mir dann zu ungemütlich und ich bin
leise wieder gegangen.

## Barrierefreiheit? [🔗](#barrierefreiheit){.small} {: #barrierefreiheit}

Nachträglicher Einschub:

Es wurde im Matrix-Chat erwähnt und dann fiel es mir auch wieder ein,
dass mir das gestern komisch vorkam: Für Leute im Rollstuhl, mit
ernsten Knieproblemen oder ähnlichem war nur der große Vortragsraum
Alpha überhaupt erreichbar.  Die anderen Vortragsräume lagen im ersten
Stock und es gab keinen Fahrstuhl, nur ein Treppenhaus.  Laut Aussage
im Matrixchat ist das keine bloße Theorie, sondern es haben gestern
konkrete Menschen konkrete Vorträge nicht erreichen können, obwohl sie
das wollten.

Ich habe mich schon 1980 drüber geärgert, dass eine befreundete
Kommilitonin im Rollstuhl manche Uni-Veranstaltungen nur über große
Umwege erreichen können.  Dass Teile von großen, öffentlichen
Veranstaltungen *gar nicht* erreichbar sind, sollte 2026 nicht mehr
vorkommen.

## Fazit [🔗](#fazit){.small} {: #fazit}

Der FUNK.TAG Kassel hat sich mir aus meiner Vortragendensicht beim
ersten Versuch als wenig attraktiv vorgestellt.

Die Probleme mit vermeidbaren Konflikten im Programm lassen sich
lösen.  Bei den Technik- und vor allem den Raumproblemen bin ich mir
nicht so sicher.  Wenn nicht, liegt es aus meiner W-Perspektive nahe,
den FUNK.TAG aus Kassel zu verlegen.  Es gibt wahrlich genug
Messestädte in Deutschland.  Ich kann mir nicht vorstellen, dass die
alle nur so schlechte Räume und Technik bereitstellen können, wie ich
das hier erlebt habe.

## Ausblick [🔗](#weiter){.small} {: #weiter}

Persönlich ärgere ich mich über meine Fehlentscheidung, den FUNK.TAG
mit diesem DARC-Thema zu bedienen. Ich hätte die Zeit besser in einen
technischen Vortrag für die HAM RADIO investiert, der seit einiger
Zeit auf meiner "langen Bank liegt".  Jetzt reicht die Zeit nicht
mehr.

Na gut. Dann werde ich diesen Vortrag eben der UKW-Tagung anbieten.

Arbeitstitel: "1000 Antennensimulationen".

Inhaltlich geht es darum, ein Antennensimulationsprogramm gezielt von
eigener (z.B. Python-) Software steuern zu lassen.  Damit habe ich
schon interessante [Parameterstudien](/de/antennen/) bequem
durchführen können.  Und ich habe noch zwei weitere Ideen, was damit
noch gehen müsste, die ich aber noch nicht ausprobiert habe.  Da hier
noch geforscht werden muss und anderes auch zu seinem Recht kommen
will, schaffe ich es nicht mehr, den Vortrag bis zur HAM RADIO fertig
zu stellen.

Ansonsten bleibe ich dabei:

Weiter gehts! W macht Spaß!

## Diskussionsmöglichkeit  [🔗](#Kommentare){.small} {: #Kommentare}

Wer diesen Blogpost kommentieren oder diskutieren möchte und über
einen Fediverse-Zugang verfügt, kann auf meinen [entsprechenden
Tröt](https://mastodon.radio/@dj3ei/116471735622372624) antworten.
